Die verheerenden Folgen für das Kind und die Gesellschaft bei permanenter Mißachtung des Kontinuum-Konzepts


Nach dem ersten Stillen erwartet das Kind, wie die bisherigen neun Monate im Mutterleib, außen an ihrem Körper zu bleiben, ihre Wärme zu spüren, ihre Stimme, ihre Herztöne zu hören. Es ist in seinem Kontinuumgefühl nicht darauf vorbereitet, allein in einem Gitterbett zu liegen und sich einsam selbst überlassen zu sein. Wenn ihm das widerfährt, ist Das-sich-richtig-fühlen, das Leben selbst, die Mutter, weit weg. Es könnte ebenso gut auf dem Mond sein. Es fühlt sich auch so, einsam und verlassen. Es schreit aus Not, das einzig ihm zur Verfügung stehende Signal, das ihm das Kontinuum für solche Fälle bereitstellt, wenn ihm etwas existentiell Bedrohliches widerfährt.

Erfolgt auf sein nun schon exzessives Schreien keine Reaktion, die seine vor Sehnsucht brennende Haut nach Berührung, nach lebendiger Wärme stillt, geht sein Schreien in Wimmern über, bis es schließlich erschöpft ist und schweigt. Sein schon beginnender Entfremdungszustand verschlimmert sich und es ist bereits vom Wohlbehagen und dem Gefühl der Richtigkeit seines Daseins, welches das Kontinuum für es vorsieht, weit entfernt.

Das aus den wiederholten Entbehrungen folgende Gefühl der Leere des Lebens und Vermissen des Gefühls, richtig und willkommen zu sein in den Armen seiner Mutter, bilden die Grundlage für spätere Unfähigkeit befriedigende Bindungen einzugehen, mit einem Partner, Freunden, mit seiner Umwelt, was gleichbedeutend ist damit, den Wert des Lebens nicht ausreichend kennengelernt zu haben.

Die Folgen werden sein, immer noch um das Recht auf Liebe zu kämpfen, zu hoffen, endlich als das Kleinkind behandelt zu werden, das immer noch auf seine Erfüllung wartet.

Dieses kann sich - bei zunehmender Vernachlässigung im Kindesalter - dokumentieren durch Klammern an Mutter oder Mutterfiguren, durch Verhalten wie Betrug, Stehlen, Ausüben brutaler Aggressivität, Dissozialität, Drogenkonsum und anderen bekannten Verhaltensauffälligkeiten.

Die daraus sich erahnenden Konsequenzen für unsere Gesellschaft sollen später noch näher beleuchtet werden.



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