Das Projekt in seiner praktischen Umsetzung

Die Einhaltung des Kontinuum-Konzepts wie Jean Liedloff es beschreibt, ist in unserer Gesellschaft in der Form kaum möglich. Dennoch können wir Fehleinstellungen vermeiden, indem wir vorinformieren. In der langen Kette der Weitergabe von behindernden Erziehungsprinzipien müßte eine Zäsur gesetzt werden. Dieses scheint am Sinnvollsten im jugendlichen Alter ab 14/16 Jahren zu sein, da man in diesem Alter seinen guten und schlechten Erfahrungen aus der Kindheit noch erlebnisnah ist und flexibel für Anregungen; einer möglichen Elternschaft und den damit einhergehenden Verantwortungen jedoch noch fern ist.

Das Modellprojekt: „Die Emanzipation des Kindes - Das Kontinuum-Konzept" ist in drei Bereiche gegliedert:

1. Praxis
2. Verbreitung in den Medien
3. Informationsfach oder -möglichkeit in den Schulen

Im Folgenden soll Punkt 1. Praxis erläutert werden.Es wird ein Haus/Institut bereitgestellt, in das junge Leute jeweils für eine mindestens zweiwöchige Dauer eingeladen werden. In diesem Zeitraum bekommen sie informative Angebote über die naturgemäße Entwicklung des werdenden Lebens von der Zeugung an, wie im Artikel angedeutet, in einer für sie annehmbaren und verstehbaren Form, die sie durch eigene Fragen selbst bestimmen können. Als Leitfaden und Basis der Verständigung dient hauptsächlich das Buch der J. Liedloff, die ein lebendes Volk als Beweis für die Behauptung hat, daß Glück bei der Beachtung der biologischen Programme möglich ist. Desweiteren wird Literatur angeboten, die sich mit dieser Thematik beschäftigt wie K. Zimmer: „Das Leben vor dem Leben", W. Gross: „Was erlebt ein Kind im Mutterleib", u.a. (s. a. Literatur-hinweis). Videofilme über kindgerechtes Verhalten, Dummypuppen als Babys können ebenfalls als Anschauungsmaterial und zum praktischen Erproben angeboten werden.

Die Information dient als Anreiz zur Diskussion, zur Anregung, sich mit eigenen Kindheitserfahrungen zu befassen, seien sie nun positiver oder negativer Art. Der Sinn liegt darin, Fehler in einer späteren Kind-Begleitung vermeiden zu können.

Zielgruppe sind Jugendliche, die in ihrer Entwicklung nicht erheblich behindert worden sind, um somit zu gewährleisten, daß sie Erfahrenes verstehen, verarbeiten und verinnerlichen können.

Das Informations- und Diskussionsangebot wird begleitet von kreativen Aktivitäten wie Musizieren, Tanz, Pantomime, Modellieren, Malerei,
Theaterspiel, um das Phantasiepotential anzuregen und sich entfalten zu lassen. Dieses soll auch später dem Kinde zugute kommen. Zusätzlich soll das Verständnis für die Natur und Tierverhalten geweckt werden.

Das leitende Team setzt sich zusammen aus Fachkräften der
Psychoanalyse/Psychotherapie, Verhaltensbiologie, Gynäkologie, Kunsttherapie und Körpertherapie. Referenten werden zu Vorträgen eingeladen.

Die jeweilige Gruppe soll eine Zahl von 16 Mitgliedern nicht übersteigen, so daß sich dem Einzelnen ausreichend gewidmet werden kann, und somit ein intensiver und nachhaltiger Eindruck über Kind-Begleitung gewährleistet ist.

Die laufenden Kosten betragen etwa 350 000 € im Jahr. Diese setzen sich hauptsächlich zusammen aus Personalkosten und Verpflegung.

Die einmaligen Kosten sind der Erwerb des Hauses und die Anschaffung von Tieren.



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